TV Allrath 1912 e.V.


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Wir über uns

Die Geschichte unseres Vereins

Der Sport und vor allem der Turnsport ließ um die Jahrhundertwende viele Vereine entstehen. In Allrath gründete sich 1912 unser Turnverein. Tatkräftige Herren setzten sich zu diesem Zeitpunkt in Allrath zusammen, um die notwendigen Schritte für die Geburt des Spiel- und Turnverein Allrath einzuleiten.

Diese tatkräftigen Herren waren:

Herr Lehrer Höltgen
Herr Josef Krahwinkel
Herr Heimanns
Herr Heinrich Winkel
Herr Johann Conrads
Herr Wilhelm Schlossmacher


Am 01. August 1912 wurde schließlich die Vereinssatzung des damaligen Vorstandes unterzeichnet. Den Vorsitz führte Herr Lehrer Höltgen. Turnstätten gab es noch nicht. Den Turnbetrieb führte man im Saal der Gaststätte Willkmann aus, welcher von Herrn Clemens Willkmann kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Am 08. September 1912 wurde die 1. Generalversammlung abge-halten. Aus der Niederschrift über diese Versammlung ist zu entnehmen, dass neben dem Geräteturnen auch Fußball, Faustball und Schleuderball zum Übungs-programm gehörte. Am 10. November 1912 wurde bereits der Beschluss gefasst, sich dem Verband der Deutschen Turnerschaft anzuschließen und die Deutsche Turnerzeitung zu bestellen. Wie ernst der Turnbetrieb genommen wurde, zeigt ein Auszug aus der Niederschrift über die Versammlung vom 05. März 1913:

" Wenn ein Mitglied an zwei Turnabenden nacheinander ohne Entschuldigung nicht erscheint, bezahlt es ein Strafgeld von 10 Pfennig".


Am 10. August 1913 fand das erste Stiftungsfest statt, welches ein ansprech-endes Festprogramm bot. So entklang am Abend zuvor der Zapfenstreich und am Morgen des Festtages der Weckruf. Am Nachmittag folgte ein Festzug durch den Ort. Danach wurde Schauturnen vorgeführt und Abends fand ein großer Turnerball statt. Der 1. Weltkrieg verursachte eine Zwangspause im Vereinsleben.

Bereits am 21. April 1919 wurde die aktive Vereinsarbeit durch eine Versammlung wieder ins Leben gerufen. Hierzu musste die Genehmigung der Fanzösischen Oberkommandantur eingeholt werden. Auch die folgenden Versammlungen waren genehmigungspflichtig. Lag die Genehmigung zum Zeitpunkt der Versammlung nicht vor, durfte diese nicht abgehalten werden. So traf man sich deswegen in-offiziell in den Wohnungen von Vorstandsmitgliedern. Die folgenden Jahre waren trotz der Schwere der Zeit von Aktivitäten geprägt. Auch das gesellschaftliche Leben im Ort wurde weitgehend vom Turnverein getragen. Bereits 1919 bestand im Verein eine Theatergruppe, welche jeweils am "Dreikönigstag" die Dorfgemeinschaft mit ihren Aufführungen erfreute. Gemäß Versammlungsbeschluss vom 16. Juli 1922 erfolgte die Aufnahme der Wander- und Mando-linenabteilung "Heiderose" in den Verein. Dies bedeutete für den Verein eine weitere Bereicherung für das gesellschaftliche Leben im Ort.

Obwohl das gesellschaftliche Vereinsleben gepflegt wurde standen natürlich die sportlichen Aktivitäten im Vordergrund. Hier lag der Schwerpunkt im Turnen und der Leichtathletik. Der Aufbau einer Turnerjugendriege nach dem 1. Weltkrieg ist erwäh-nenswert. Die Turner waren im 8. Bezirk Rheinland eingegliedert, indem sie durch ihre Erfolge einen beachtlichen Ruf vorzuweisen hatten. Es wurde in zwei Riegen geturnt. Die Riege der älteren Turner trat in folgender Besetzung an:

Heinrich Heimanns,
Martin Esser
Christian Panzer
Wilhelm Winkel.


Die Teilnahme an Schaukämpfen, Gau- und Bezirksfesten war selbstverständlich. Die Vereinsmitglieder Heinrich Heimanns und Christian Panzer waren in der Gauriege der 12 besten Turner des 8. Bezirks vertreten. Die Wettkämpfe wurden in den Disziplinen Barren, Reck, Pferd und Bodenturnen ausgetragen. Wie auch vor dem 1. Weltkrieg fand das Turnen im Saal der Gaststätte Willkmann statt. Die Leichtathletik betrieb man am Sonntagmorgen nach dem Kirchgang auf dem Allrather Sportplatz. Die Leichtathleten nahmen überwiegend an Dreikämpfen teil, die sich aus 100m Lauf, Kugelstoßen und Weitsprung zusammensetzten. Aus der Niederschrift am 20. April 1921 ist zu entnehmen, dass eine Stabhochsprung-anlage angeschafft werden sollte. Demnach hat man sogar Stabhochsprung betrieben. Auch Faustball war seinerzeit eine beliebte Sportart. Zwei Mannschaften waren ständig im Einsatz. Die Spiele wurden jeweils am Sonntagnachmittag ausgetragen. Man traf sich in der Regel um 13.00 Uhr auf dem jetzigen Allrather Platz. Die Fahrten zu den Plätzen der auswärtigen Vereine mussten zwangsläufig mit dem Fahrrad bewältigt werden.

In den ersten Jahren des Vereinsbestehens wurde auch Fußball gespielt. Im Jahr 1924 hat sich der Fußballverein VfB Allrath aus dem Turnverein gegründet. Im Jahr 1925 erfolgte der Beitritt des Turnvereins in den Verein Deutscher Jugendpflege. Am 04. Juli 1926 nahm der Verein an den Kampfspielen in Köln teil, die mit dem derzeitigen Deutschen Turnfest vergleichbar sind. Über die disziplinarischen Maß-nahmen beim Fehlen in den Übungsstunden ist folgendes in dem Protokoll über die Versammlung vom 21.März 1920 niedergeschrieben:

"Beim erstmaligen Nichterscheinen ohne Entschuldigung sollen die Mitglieder 1,00 Mark Strafe zahlen,
beim zweiten Fehlen 2,00 Mark und beim dritten Fehlen hat der Vorstand die Macht, ob der betreffende
noch Mitglied ist."


Am 19. August 1923 wurde der Monatsbeitrag je Mitglied von 100,00 Mark auf 5000,00 Mark erhöht. Um ein Familienfest am 07. Oktober 1923 durchführen zu können, mussten zur Deckung der Kosten von jedem Mitglied 20 Millionen Mark beigesteuert werden.

Das 24. Stiftungsfest am 23. August 1936 erhielt Auftrieb durch ein auf dem Schulplatz durchgeführtes Schauturnen. 1.Vorturner war Christian Panzer, der auch später den Vorsitz übernahm. 2. Vorturner war Heinrich Mostert.

Aus dem Protokoll der Versammlung vom 16. August 1936 ist folgendes über die Vorbereitung zu diesem Stiftungsfest zu ersehen:

"Morgens um 6 Uhr großes Wecken. Um 9.30 Uhr gemeinsamer Kirchgang für die lebenden und verstorbenen des Vereins. Nachmittags 3.30 Uhr Festzug durchs Dorf und anschließend Schauturnen
auf dem Schulplatz. Danach Tanzvergnügen bei Clemens Willkmann. 20.00Uhr abends großer
Turnerball bei Willkmann".


Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges legt dem Verein eine erneute Zwangspause auf. Nach Beendigung des Krieges wurde der Turnbetrieb 1946 wieder aufgenommen. Die noch vorgefundenen Turngeräte mussten vorher instandgesetzt werden. Die Übungsstätte war wie vorher im Saal des Turnbruders Johann Kropp.
Der Vereinsstart gestaltete sich allerdings schwierig und zäh, weil

  • die Genehmigung aller Sportvereine durch die englische Militärbehörde erforderlich war,
  • der Vorstand mittels Formularbefragung "sportentnazifiziert" werden musste,
  • die Kriegsheimkehrer ihr Augenmerk natürlicherweise zuerst einmal ihren Familien widmeten und sich um die Verbesserung der grundlegenden Lebensbedingungen sorgen mussten,
  • die Kräfte aller vornehmlich dem Wiederaufbau galten.


Durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges mussten der Saal später jedoch als Unterkunft für unsere Heimatvertriebenen zur Verfügung gestellt werden, wodurch der Turnbetrieb erlosch. Nach Freiwerden des Saals lebte der Turnbetrieb nicht wieder auf.

Nach Fertigstellung der Allrather Turnhalle im Jahre 1964 bot es sich an, diese Halle auch außerhalb des Schulsportbetriebes mit Leben zu füllen. Die Initiative hier-zu ergriff der damalige Schulleiter Herr Rektor Franz Nießen, der zur Neugründung des Vereins für den 26. Januar 1964 eine Versammlung einberief. Bereits in dieser Versammlung wurde die Neugründung des Turnverein Allrath beschlossen, so dass die lange Zwangspause im Turnbetrieb ein Ende hatte. Die vorbereitete Satzung wurde nach einigen Ergänzungen und Berichtigungen von der Versammlung angenommen.

Der geschäftsführende Vorstand wurde wie folgt gewählt:

Vorsitzender Franz Nießen,
stellv. Vorsitzender Heinrich Mostert,
Kassierer Willy Mostert,
Schriftführerin Rita Brandt


Mit Elan ging man an die Bewältigung der mit der Neugründung des Vereins zusammenhängenden Aufgaben heran. Schon für den 5. Februar 1964 wurde die nächste Versammlung anberaumt, in der unter anderem die Gruppeneinteilung und die Terminfestsetzung für die Übungsstunden erfolgten. Der Anfang wurde mit 6 Gruppen bestritten, wobei erstmals eine Frauenriege unter der Leitung von Gertrud Zobel vertreten war. Erstmals wurden auch Übungsstunden für Kinder und Jugendliche angeboten.

Auf die Teilnahme an Turnfesten und sonstigen Veranstaltungen wurden von Vereinsseite immer großer Wert gelegt. Beim Gaukinderturnfest in Helenabrunn am 11. Juni 1967 konnte ein stolzer 2. Platz durch eine Mädchenriege der Klasse C ver-bucht werden. Das Deutsche Turnfest in Berlin im Jahr 1968 war ebenfalls Ziel einer Vereinsabordnung. Zum Landesturnfest in Leverkusen vom 15. bis 17. Mai 1970 wurden 14 Teilnehmer gemeldet. Auch beim Deutschen Turnfest in Stuttgart im Jahr 1973 fehlten die Allrather Turner nicht. Beim Deutschen Turnfest in Stuttgart im Jahr 1973 fehlten die Allrather Turner ebenfalls nicht. Beim Gauturnfest 1975 in Gustorf stellt der Verein mit Monika Patrzek und Josef Sebastian zwei Gau-sieger. Im Jahr 1977 waren die Mädchen unter der Leitung von Frrau Cremer besonders aktiv.

Durch die Einrichtung von zwei Leitungsgruppen blieben die Erfolge nicht aus. Beispielsweise konnte in diesem Jahr zum ersten Mal eine Stadtmeisterin gestellt werden. Eine Jugend- und zwei Schülermannschaften der Mädchenabteilung beteiligten sich an den Kinder- und Jugendrundenwettkämpfen des Gladbacher Turngaus. Beim Gaukinder- und Jugendjahrgangsturnen waren die Mädchen eben-falls dabei. Beim Gauturnfest 1977 in Heinsberg errang der damalige 2. Vorsitzende Josef Sebastian die Gaumeisterschaftt im Jedermann-Vierkampf und holte den Wanderpokal nach Allrath. Beim Gaukinderturnfest 1977 in Wegberg gingen 30 Teilnehmer unseres Vereins an den Start. Bei den Gaukinder- und Jugend- turnwettkämpfen im Jahr 1979 nahmen 3 Mädchenmannschaften teil. Eine Mann-schaft hatte bereits den Hinwettkampf für sich entschieden. Das Jahr 1980 zeigte einen regen Wettkampfbetrieb der Mädchenabteilung. So wurde an den Gaukinder- und Jugend-Jahrgangsturnen teilgenommen. Anlässlich des Gauturnfestes 1980 ging Martina Gehlen als Gausiegerin hervor. Außerdem waren mehrere gute Platzierungen zu verzeichnen. In einem Vergleichskampf der Turngaue Gladbach, Düsseldorf und Essen turnte Andrea Marx in der Auswahl des Gladbacher Turngaues. Mit der Mannschaft der Jugendturnerinnen E gingen unsere Mädchen bei den Gaurundenwettkämpfen im Geräteturnen im Jahr 1982 an den Start und er-rangen einen beachtlichen 2. Platz hinter dem TV Mühlfort. Bei dem im gleichen Jahr in Neuwerk ausgetragenen Gaukinder- und Gaujugend-Gruppenwettstreit er-kämpften sich die Mädchen der A-Klasse den 3. Platz hinter zwei Mannschaften aus dem Mönchengladbacher Stadtgebiet.

Im Jahr 1983 belegte bei den Gaurundenwettkämpfen eine Mannschaft der Jugendturnerinnen D im Vorkampf den 3. Platz. Die vorgenannten Ergebnisse sind nur ein Teil guter Platzierungen unserer Sportler bei Wettkämpfen. Ebenfalls wurde in den ersten Jahren nach der Neugründung des Vereins öfters an Waldläufen teilgenommen. So gingen beim Frühjahrswaldlauf im Wildpark von Schloß Dyck 1967 sogar 49 Vereinsmitglieder an den Start. Auch in den Folgejahren wurde noch an einigen Waldläufen teilgenommen. Außerdem beteiligten sich Vereinsabordnungen an den verschiedenen Gustorfer Volkslauf- und Wandertagen.
Jugendwanderungen waren feste Bestandteile innerhalb der Jahresabläufe. In den ersten Jahren wurden die für Kinder aus "Schuster's Rappen" erreichbare Ziele anvisiert. Später wurden per Omnibus weitere Wanderziele angefahren. Erstmals wurde in der Zeit vom 05. bis 19. Juli 1972 ein Ferienlager auf Burg Kerpen durch-geführt. In zeitlichen Abständen von zwei bis drei Jahren konnte dieses Ferienlager zweimal wiederholt werden. Auch in den Folgejahren standen Wanderungen, Ausflüge oder Radtouren für die Kinder auf dem Programm.

In den vergangenen Jahren hat sich das Erscheinungsbild und das Sportangebot unseres Vereins gravierend geändert. Unser Verein wurde 1912 von einigen Idealisten unter Turnvater Jahn's Motto:

"Frisch, Fromm, Fröhlich und Frei"

gegründet.

Heute müssten wir eigentlich 4 S in unserem Wappen tragen, welche für

"Sport, Spiel, Spaß und Sozialarbeit"


stehen.

Sport: Sportliche Betätigung aller Vereinsmitglieder
Spiel: Teilnahme an Meisterschaftsrunden
Spaß: Sportliche Veranstaltungen für Jung und Alt
Sozialarbeit: Mitarbeit und Unterstützung sozialer Einrichtungen


Zum 01. April 2003 haben wir die Allrather Sporthalle von der Stadt Grevenbroich in Form eines Nutzungsvertrages übernommen. Pflege und Wartung liegt nun in unseren Händen. Ebenfalls haben wir eine Patenschaft über den Allrather Bolzplatz übernommen, welcher ebenfalls durch uns wöchentlich gemäht und gepflegt wird.

Unser Verein ist heute ein moderner Mehrspartenverein mit über 500 Mitgliedern . Wir bieten täglich 7 Stunden Sport für jung und alt an. Wir sind bemüht, unser Sportangebot entsprechend den Bedürfnissen unserer Sportlerinnen und Sportler zu aktualisieren.



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